Energie: Ursachen

Das Ausmass der Belastungen der Umwelt, welche mit Gewinnung, Transport und Nutzung von Energie einhergehen, hängt u.a. davon ab, wie viel Energie verbraucht wird. Der Energieverbrauch wiederum wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst.

Der Energieverbrauch für die Erzeugung von Raumwärme bzw. für die Kühlung hängt beispielsweise nicht nur von der Witterung und der Bevölkerung ab, sondern auch davon, wie gut ein Gebäude gedämmt ist, wie energieeffizient die eingesetzten Wärme- und Kälteerzeuger sind und wie gross die Wohnfläche pro Person im betreffenden Gebäude ist. Die Wohnfläche pro Person informiert über die Wohnraumverhältnisse, nicht aber über die Verteilung des Wohnraums oder über die Wohnraumqualität. Die Bevölkerung hat im Kanton Basel-Landschaft in den letzten Jahren stetig zugenommen, im Kanton Basel-Stadt steigt sie - nach einer leichten Abnahme um die Jahrtausendwende - jüngst ebenfalls wieder leicht an. Die Wohnfläche pro Person hat im Kanton Basel-Stadt in den letzten Jahren leicht abgenommen und liegt signifikant unter dem schweizerischen Mittelwert. Im Kanton Basel-Landschaft liegt die Wohnfläche pro Person leicht über dem schweizerischen Mittelwert. Der Einfluss der Witterung lässt sich mit der Anzahl der sogenannten Heizgradtage beschreiben. Die Anzahl der Heizgradtage hat in der Region aufgrund des Klimawandels und der mit ihm in der Tendenz zunehmenden Jahresmitteltemperaturen in den letzten Jahren signifikant abgenommen, mit witterungsbedingten Schwankungen von Jahr zu Jahr.

Die Energiepreise beeinflussen den Raumwärmebedarf ebenfalls, jedoch nicht so sehr direkt als vielmehr indirekt. So verzichten Bewohner üblicherweise nicht auf eine behagliche Raumtemperatur, auch wenn die Brennstoffpreise ansteigen. Die Preiselastizität des Raumwärmebedarfs ist demnach gering. Steigende Energiepreise können sich aber indirekt doch auf den Raumwärmebedarf auswirken, weil Energiespar- und Energieeffizienzmassnahmen in solchen Phasen wirtschaftlich attraktiver sind, eher umgesetzt werden und den Raumwärmebedarf entsprechend reduzieren. Verändert sich das Verhältnis der Preise für die verschiedenen Energieträger zueinander, kann das mitsamt den Investitionskosten ausserdem die Wahl des Heizsystems beeinflussen. In der Schweiz haben die Energiepreise seit Ende der 90er-Jahre in der Tendenz deutlich zugenommen. Die grösste Zunahme und die grössten Schwankungen sind bei den fossilen Energieträgern zu verzeichnen. Insbesondere der Preis für Heizöl zeigt starke Schwankungen mit zwischenzeitlichen Höchstwerten im 2008 sowie zwischen 2011 und 2013. Deutlich stetiger und insgesamt moderater ist die Zunahme bei Brennholz und Fernwärme.

Die Produktion von Gütern und Dienstleistungen erfordert einen Einsatz von Ressourcen und wirkt sich insofern auch auf den Energieverbrauch aus. Ein Mass für die volkswirtschaftliche Leistung ist das Bruttoinlandprodukt (BIP). Das BIP ist seit 1980 in beiden Kantonen deutlich angestiegen, allerdings auf unterschiedlichem Niveau. Die Verlagerung von energieintensiven Betrieben, neue Technologien und Veränderungen im Konsumverhalten (z.B. mehrere Fahrzeuge pro Haushalt anstatt nur eines) wirken sich ebenfalls auf den Energieverbrauch aus. Hierzu liegen für die beiden Basel indes keine Indikatoren vor, die mit vertretbarem Aufwand regelmässig aktualisiert werden könnten.

Der Energieverbrauch des motorisierten Individualverkehrs hängt u.a. von den Mobilitätsbedürfnissen der Bevölkerung (gesamte zurückgelegte Distanz, sog. Fahrleistung), den Belegungszahlen (Anzahl Personen pro Fahrzeug), von Energieeffizienz, Gewicht und Antriebssystem der zum Einsatz kommenden Fahrzeuge und nicht zuletzt vom Motorfahrzeugbestand und dem Motorisierungsgrad ab. Der Motorfahrzeugbestand hat in den beiden Basel über die letzten Jahre kontinuierlich zugenommen, in Basel-Stadt leicht, in Basel-Landschaft deutlich. Der Motorisierungsgrad liegt in Basel-Stadt derzeit in der Grössenordnung von 320 Personenwagen pro 1000 Einwohner, im Kanton Basel-Landschaft aufgrund der ländlicheren Struktur bei rund 500 Personenwagen pro 1000 Einwohner.