Wasser: Massnahmen

Das Thema Wasser umfasst verschiedene Umwelt- und Lebensbereiche. Es gibt daher verschiedene Massnahmen auf ganz unterschiedlichen Stufen, die getroffen werden müssen, um diese wichtige Ressource in den Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt langfristig zu erhalten und nutzen zu können.

Bezogen auf die Verbesserung der Wasserqualität steht der Ausbau der Kläranlagen mit einer vierten Reinigungsstufe zur Entfernung von Spurenstoffen im Vordergrund. Mit dem Ausbau der grössten Anlagen in den beiden Kantonen wird hierzu ein wesentlicher Beitrag geleistet. Zur Reduktion von Spurenstoffen in den Gewässern können aber auch die Haushalte beitragen, indem im täglichen Gebrauch weniger Chemikalien eingesetzt werden.

Eine Reduzierung und ein optimaler Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft kann die Belastung der Gewässer mit diesen Stoffen weiter verringern. Ein entsprechendes Pilotprojekt wird in den nächsten Jahren im Leimental durchgeführt mit dem Ziel, Erkenntnisse für die landwirtschaftliche Praxis in der Region Basel zu gewinnen.

Eine wichtige Massnahme für den Betrieb von Trinkwasserfassungen ist der Erhalt oder, falls hydrogeologisch notwendig, die Erweiterung der Grundwasserschutzzonen. Gerade in urbanen Gebieten stehen die Schutzzonen oft in Konkurrenz zu Siedlungsflächen. Hier gilt es, die vorhandenen raumplanerischen Instrumente zu nutzen und die für den Trinkwasserschutz notwendigen noch freien Flächen entsprechend in den Richtplänen festzuhalten.

Zum Schutz der Gewässer vor Übernutzung werden Konzessionen vergeben. Darin ist festgehalten, wie viel Wasser aus einem Oberflächengewässer oder dem Grundwasser maximal entnommen werden darf, ohne dass eine Gefährdung der Umwelt zu erwarten ist. Die Dauer einer Konzession liegt in der Regel zwischen 10 und 30 Jahren. Die Konzessionen sind aus einer Gesamtsicht und unter Berücksichtigung der in Zukunft geringeren Wassermengen zu vergeben.

Die Struktur der Fliessgewässer und ihre Längsvernetzung sollen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten verbessert werden. Ein wesentlicher Beitrag dazu wird die Revitalisierung der Fliessgewässer leisten. Die vorgesehenen Arbeiten sind in den Revitalisierungsplanungen aufgezeigt. Für die Längsvernetzung in der Birs ist ebenso die Wiederherstellung der Fischdurchgängigkeit bei den Kraftwerken umzusetzen. Bei einigen Kraftwerken haben die Arbeiten dazu bereits begonnen.

Neben einer ökologisch wertvollen Struktur der Gewässer braucht es auch genügend Wasser in den Fliessgewässern. Da in Zukunft insbesondere im Sommer mit geringeren Abflussmangen gerechnet werden muss, sind Massnahmen in der Siedlungsentwässerung zu treffen, damit unverschmutztes Abwasser beispielsweise aus Drainagen oder von Laufbrunnen möglichst in die Gewässer eingeleitet wird und nicht in die Kanalisation gelangt. Damit werden der Fremdwasseranteil in den Kläranlagen reduziert und der Reinigungseffekt der Anlagen erhöht.