Wald: Zustand

Die Waldfläche ist gesetzlich geschützt und bleibt in den Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt mehr oder weniger gleich. An unzugänglichen Stellen breitet sich der Wald aus, Kulturland wie Bergwiesen oder Wytweiden wachsen zu. Rodungen sind in der Schweiz grundsätzlich verboten; es können jedoch Ausnahmebewilligungen erteilt werden. Dafür müssen wichtige Gründe vorliegen, die das Interesse an der Walderhaltung überwiegen, zum Beispiel Strassen- und Eisenbahnbau, Deponien und Abbauvorhaben. Wird eine Rodung bewilligt, muss die gerodete Fläche durch Ersatzaufforstungen ersetzt oder es müssen ökologische Ersatzmassnahmen getroffen werden.

In der Region Basel wird eine nachhaltige Holznutzung angestrebt. Trotzdem wächst mehr Holz nach als genutzt wird. Jede Minute wächst in den Wäldern der beiden Kantone so viel Holz nach, wie ein Würfel von 70 Zentimeter Kantenlänge beinhaltet. Genutzt werden aber nur rund zwei Drittel dieses Holzes. Zudem ist der Holzvorrat in den regionalen Wäldern seit Jahrzehnten hoch. Um vitale, stabile und artenreiche Wälder zu haben, ist eine vermehrte Holznutzung sinnvoll. Denn wo Bäume geerntet werden, gibt es Platz und Licht für Neues. Mit der Ausschöpfung des Holzzuwachses unserer Wälder könnte zudem der «ökologische Fussabdruck» [1] verringert werden.
Die Schweizer Holz- und Waldwirtschaft befindet sich aufgrund der Währungssituation in einer schwierigen Lage. Durch die ausländische Konkurrenz steigt der Druck auf den inländischen Holzmarkt massiv. Schweizer Holz kann deshalb oft nicht kostendeckend genutzt werden. Zudem erbringen die Forstbetriebe Leistungen für die Gesellschaft, die nicht oder nur teilweise entschädigt werden. Darunter fallen insbesondere der Schutz von Grund- und Trinkwasser sowie die Nutzung des Waldes als Erholungsraum.

Der Wald ist für die Artenvielfalt von grösster Bedeutung. Fast die Hälfte der in der Schweiz vorkommenden 20'000Tier- und Pflanzenarten sind auf ihn angewiesen. Um die Stabilität und Biodiversität unserer Wälder zu fördern, sind gezielte Eingriffe mittels Durchforstungen und zur Waldverjüngung notwendig. Eine ausgewogene und naturnahe Baumartenverteilung macht den Wald für den Klimawandel fit und wirkt sich positiv auf die Arten- und Lebensraumvielfalt in unseren Wäldern aus. Mit der Pflege von Waldnaturschutzgebieten und der Förderung von Totholz in den Wäldern der Region kann der Biotopwert (Indikator für die ökologische Qualität der Wälder) gesteigert werden.

Wissenschaftliche Waldbeobachtungen über einen Zeitraum von über 30 Jahren zeigen, dass sich die Nährstoffversorgung der Bäume verschlechtert. Die Bäume sind dadurch gestresst. Das macht sie anfälliger für Krankheiten und meteorologische Extremereignisse. [2]

Quellen und Linkliste

[1] Mathis Wackernagel, Bert Beyers: Der Ecological Footprint. Die Welt neu vermessen. / Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 2010, ISBN 978-3-931705-32-9 / CEP Europäische Verlagsanstalt; Neuausgabe 2016 mit aktuellen Zahlen, ISBN 978-3863930745