Wald: Belastungen

Der Wald steht durch den Eintrag von Luftschadstoffen und wegen des Klimawandels unter chronischem Stress und wird dadurch anfälliger für akute Ereignisse wie Trockenheit, Stürme, Krankheiten und Schädlinge (z.B. Borkenkäfer). Die Holzmenge, die aufgrund von biotischen (z.B. Eschentriebsterben, Borkenkäferbefall) oder abiotischen (z.B. Sturm, Nassschnee) Ereignissen genutzt werden muss, nennt man Zwangsnutzung. Sie ist ein Mass für die Belastung des Waldes.

Auf den meisten Waldflächen ist der Stickstoffeintrag aus der Luft zu hoch. Stickstoff lässt den Waldboden versauern und führt zu einer unausgewogenen Versorgung der Bäume mit Nährstoffen. Die Bodenversauerung beeinträchtigt auch die Wurzelbildung: Sie verlagert sich in den Oberboden, was die Bäume empfindlicher für Trockenstress und anfälliger für Windwurf macht. [1] Im Sommer greift zusätzlich hochkonzentriertes Ozon die Blattzellen an. Ozonbelastete Bäume können in ihren Blättern zwar viel Zucker und Stärke aufbauen, doch deren Verfrachtung in die Wurzeln ist stark gehemmt. So fehlt im Frühling die Kraft für das Wurzelwachstum.

Auch gebietsfremde, invasive Neophyten gefährden den Wald. Durch den stetig zunehmenden und insbesondere durch den transkontinentalen Handel werden unsere Ökosysteme mit neuen Organismen konfrontiert. Seit Herbst 2011 wurde in der Schweiz beispielsweise der Asiatische Laubholzbockkäfer mehrmals nachgewiesen, auch in der Region Basel. Die eingeschleppte Art zerstört Laubhölzer und gilt als besonders gefährlicher Schädling.
Höhere Temperaturen und weniger Niederschläge im Sommerhalbjahr haben direkte Auswirkungen auf die Wälder. Einerseits können künftig nur Baumarten wachsen, die mit weniger Wasser und höheren Temperaturen auskommen. Andererseits erhöht sich insbesondere in bereits heute trockenen Regionen die Waldbrandgefahr. Anhaltende Feuerverbotszeiten wie im Sommer 2015 können die Folge sein.

Eine übermässige Erholungsnutzung in Agglomerationsräumen und in Tourismusgebieten kann Auswirkungen auf die Waldverjüngung haben und damit auf einen nachhaltigen Waldaufbau. Die Erholungsnutzung kann auch das Verhalten des Wildes beeinträchtigen. Örtlich kann der Erholungsdruck so stark sein, dass die natürliche Waldverjüngung gefährdet ist. Zudem wird das Wild durch Freizeitaktivitäten in entlegene Waldgebiete verdrängt, wo es durch den Verbiss der jungen Bäumchen den Fortbestand eines vielfältigen Waldes erschwert.

Wie stark der Nutzungsdruck auf den Wald ist, zeigt sich anhand von Rodungsgesuchen und Veranstaltungsbewilligungen. 

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