Klima: Massnahmen

Die Umsetzung auf nationaler Ebene erfolgt durch das CO2-Gesetz. Das revidierte CO2-Gesetz (seit 1.1.2013 in Kraft) verlangt eine Reduktion der im Inland emittierten Treibhausgase bis ins Jahr 2020 um mindestens 20% gegenüber 1990. Das CO2-Gesetz betrifft vor allem fossile Brenn- und Treibstoffe, erfasst aber neben CO2 auch alle anderen international geregelten Treibhausgase. Dieses Reduktionsziel entspricht dem des Kyoto-Protokolls, mit dem Unterschied, dass es sich nur auf die Emissionen eines einzigen Jahres statt auf die Durchschnittsemissionen einer Periode bezieht [1].

Für 2030 sieht der Bundesrat eine Halbierung der Treibhausgase gegenüber 1990 vor (davon 30% im Inland), um einen Beitrag an das im Dezember 2015 an der Klimakonferenz in Paris festgelegte Ziel, die Erderwärmung global deutlich unter zwei Grad zu halten, zu leisten. Die dazugehörige Totalrevision des CO2-Gesetzes ist zurzeit in Vernehmlassung [2, 3].

Kantonale Klimapolitiken
Wichtige Instrumente der kantonalen Klimapolitiken in Basel-Stadt und Basel-Landschaft sind die Energiegesetze, der Luftreinhalteplan beider Basel sowie die raum- und verkehrsplanerischen Instrumente «Kantonaler Richtplan» und «Agglomerationsprogramm Basel». Die Vision der 2000-Watt-Gesellschaft ist zu einem Leitmotiv der lang- und mittelfristigen Politikpläne in beiden Basel geworden. Zusätzlich ist Basel-Stadt Mitglied beim KlimaBündnis. In der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit (Deutschland, Frankreich, Schweiz) haben die Regionen am Oberrhein ihre Klima- und Energiestrategie im Juni 2013 neu formuliert. Sie verstärken ihre Zusammenarbeit für eine gemeinsame Energiewende.

Ergänzend zur Klimaschutzpolitik steht die Anpassung an den Klimawandel, bei der nach Lösungen für die Anpassung an nicht mehr vermeidbare Klimaveränderungseffekte gesucht wird.

2000-Watt-Gesellschaft
Die Vision der 2000-Watt-Gesellschaft ist zu einem Leitmotiv der lang- und mittelfristigen Politikpläne in beiden Basel geworden. Basel ist Pilotregion der 2000-Watt-Gesellschaft. Seit der Lancierung der Pilotregion Basel im Jahre 2001 bilden Stadtentwicklung und Mobilitätsfragen den Schwerpunkt der angewandten Forschung. Der Baubereich fokussiert auf grosse Stadtentwicklungsvorhaben und die Realisierung beispielhafter Pilot- und Demonstrationsprojekte sowie die Anwendung von neuen Bautechnologien und Energiesystemen.

Massnahmen
Elektroautos gelten als klimafreundlich, da ihr Antrieb mit erneuerbarem Strom bereitgestellt werden kann und die Luftschadstoffemissionen im Betrieb beinahe gleich null sind. Im Kanton Basel-Stadt ist der Strom der Industriellen Werke Basel (IWB) bereits zu 100% erneuerbar [4]. Ein Nachteil der Elektromobilität ist die damit verbundene Herstellung leistungsfähiger Batterien, die in der Produktion Emissionen verursachen und zusätzlich nur eine beschränkte Lebensdauer haben. Bei sogenannten Hybridfahrzeugen wird vor allem bei Parkiervorgängen und beim Anfahren von Treibstoff- auf Elektromodus umgeschaltet. Dadurch wird der Gesamtwirkungsgrad des Fahrzeuges verbessert und die Luftschadstoffemissionen verringern sich. In beiden Kantonen hat die Neueinlösung von Elektrofahrzeugen im Jahr 2015 markant zugenommen.

Die Summe aller CO2-Emissionen neu zugelassener Fahrzeuge nimmt in beiden Kantonen kontinuierlich ab. Der im revidierten CO2-Gesetz für 2015 vorgesehene Zielwert von 130 g CO2/km wird bislang dennoch in beiden Kantonen nicht erreicht.

Der Anteil erneuerbarer Energie am Bruttoenergieverbrauch konnte 2014 gegenüber 2012 in beiden Kantonen erhöht werden. In Basel-Stadt liegt er derzeit bei 45%, in Basel-Landschaft bei 28% (ohne Mobilität). Der hohe Anteil erneuerbarer Energien im Kanton Basel-Stadt ist auf die Fernwärme Basel zurückzuführen. Ein grosser Teil der benötigten Fernwärme wird mit der Verbrennung von Abfall in der Kehrrichtverwertungsanlage (50% gilt als klimaneutral) bereitgestellt und ein erheblicher Teil durch das Holzheizkraftwerk. Der Strom von IWB ist zudem 100% erneuerbar.

Die neuen erneuerbaren Energien (Sonnenenergie, Umweltwärme, Biomasse, Windenergie, erneuerbare Anteile aus Abfall sowie die Energie aus Abwasserreinigungsanlagen, jedoch ohne Wasserkraft) konnten im Kanton Basel-Stadt im Jahr 2014 auf 587 GWh gegenüber 536 GWH im Jahr 2012 erhöht werden. Im Kanton Basel-Landschaft sind es im Jahr 2014 474 GWh gegenüber 437 GWh im Jahr 2010.

Die Energiebezugsfläche mit Minergie-A oder -P-Standard hat sich in beiden Kantonen seit 2009 stark erhöht.