Abfall: Zustand

Die Gemeinden sind zuständig für die Sammlung von Siedlungsabfällen. Sie sorgen für die Entsorgung von Kehricht- und Sperrgut sowie für die Verwertung von separat gesammelten, verwertbaren Abfällen. Die gesamthaft durch Gemeinden gesammelten Siedlungsabfälle pro Einwohner sind dabei ein Mass für das Konsumverhalten der Bevölkerung.

Die durch die Gemeinden gesammelte Kehricht- und Sperrgutmenge hat im Kanton Basel-Landschaft zwischen 1993 und 1994 parallel zur Einführung der verursachergerechten Sackgebühr deutlich abgenommen. Im Zeitraum von 1995 bis 2010 bewegte sich die Kehricht- und Sperrgutmenge zwischen 170 und 180 kg pro Einwohner und Jahr. Seit 2011 ist eine Abnahme der Menge feststellbar, die nun 152 kg beträgt. Die Wertstoffmenge hat seit 1993 mehr oder weniger kontinuierlich auf 180 kg pro Einwohner und Jahr zugenommen. Seit ca. 2009 ist eine Abnahme der Menge feststellbar und liegt nun bei 165 kg. Die Abnahme betrifft dabei – abgesehen von Textilien – alle separat gesammelten Wertstoffe, wobei der stärkste Rückgang bei Papier und Karton zu verzeichnen ist.

Im Kanton Basel-Stadt ist die Verbrennungsmenge seit 1994 rückläufig. Sie sank von 330 auf rund 160 kg pro Einwohner und Jahr. Im Gegenzug hat die Separatsammlung lange leicht zugenommen und pendelte lange um 130 kg pro Einwohner und Jahr. Seit ein paar Jahren nimmt die Wertstoffmenge aber analog zu Basel-Landschaft tendenziell ab und beträgt aktuell 116 kg. Bei den Wertstoffen nicht eingerechnet sind die von Handel und Gewerbe direkt erfassten Wertstoffe (PET, Elektro- und Elektronikschrott, Batterien etc.).

Inzwischen gelangen somit aus den Haushalten ebenso viele Abfälle ins Recycling wie in die Kehrichtverwertungsanlage. In Basel-Landschaft liegt die Recyclingquote bei 52%, in Basel-Stadt bei 42%.

Abfälle aus Haushalten, welche über die an Bedeutung gewinnenden, privatwirtschaftlichen Entsorgungszentren entsorgt werden (Sperrgut und Wertstoffe), werden kantonal nicht statistisch erfasst. Der vermeintliche Rückgang der Abfallmenge ist demzufolge zumindest teilweise auf die Art der Datenerfassung zurückzuführen. Eine Differenzierung zwischen privaten und gewerblichen Anlieferungen bei Entsorgungszentren ist nicht möglich. Die Abfallstatistik des Bundes gibt einen Überblick über die gesamthaft in der Schweiz anfallende Abfallmenge. Diese Statistik zeigt, dass die Abfallmenge nach wie vor zunimmt.